Seine Lebensziele finden fällt vielen schwer, weil uns zwei grundsätzlich gegensätzliche Dinge beigebracht werden.
- Du kannst werden, was du willst
- Ohne Festanstellung, Eigenheim, Ehe und Kind ist dein Leben erfolglos.
Ich dachte laaange Zeit, mein Lebensziel wäre es, Mediendesignerin zu werden. Zeichnen habe ich so sehr geliebt, dass ich sogar im Unterricht immer gekritzelt hab, statt aufzupassen. Und ich war eine der ersten meiner Freundinnen, die sich mit Computern beschäftigt hat (jep, ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo man noch nicht MIT Computer aufgewachsen ist :D). Werbung, Magazine, Bücher, Webseiten gestalten, den ganzen Tag kreativ sein, hallo, was gibt es geileres?
Das hat sich mein jüngeres ich zumindest immer gedacht.
(Du kennst dene Ziele schon, weißt aber nicht, wie du sie erreichen sollst? Versuch es mit meinem Jahresplan, den ich dir unten auch nochmal verlinkt habe, falls du erst diesen Artikel lesen möchtest.)
Meine Lebensziele waren Illusionen
Mein älteres, depressives Ich hat nach nur drei Jahren in meinem Traumberuf das Handtuch schmeißen müssen.
Ich habe in diesem Beruf keine Lebensziele gefunden.
Ich habe zwei meiner Hobbys in das vorgefertigte Muster Ausbildung-Job-Geld Verdienen gequetscht. Und dabei total übersehen, dass ich es HASSE im Büro zu sitzen und auf Abruf kreativ zu sein, damit sich jemand anders dumm und dämlich verdient.
Nach drei Jahren konnte ich einfach nicht weiter mit meiner Klapperkiste von Auto um Punkt 9 Uhr auf der Matte stehen, bereit für die nächsten 8 (oder 9 oder 10) Stunden Arbeitstrott, während mein Chef um 12 mit seinem fetten Mercedes andüst und 3 Stunden später wieder abzischt (der hat übrigens alles richtig gemacht, versteht mich nicht falsch! Offensichtlich macht er etwas mit Leidenschaft und hat diese Leidenschaft zum Erfolg gebracht).
Aber ich, ich habe von Reisen geträumt, vom Bücher schreiben, vom Zuhause arbeiten und morgens mit der Sonne aufwachen.
Aber ich war verwirrt und wusste nicht, dass es das ist, was ich will.
Was willst du wirklich?
Kein Wunder, dass wir alle irgendwann verwirrt sind. Bei manchen passiert das während des Schulabschlusses, im Studium (wenn man zum dritten Mal das Fach wechselt) oder auch erst nach ein paar Jahren im Job.
Man ist sich plötzlich nicht mehr sicher:
Ist DAS HIER wirklich, was ich wollte?
Als Kind ist alles viel einfacher. Seine Lebensziele finden passiert meist über Nacht. Man will Tierarzt werden oder Polizist oder Prinzessin. Und die Eltern, Großeltern und Lehrer versichern einem: Wenn du es wirklich willst, schaffst du das.
Und dann wird man älter. Vernünftiger.
Wie unsere Träume zerstört werden, bevor wir unsere Lebensziele finden können
Irgendwann in der Schulzeit ändern sich diese Berufswünsche meistens. Du kennst das vielleicht, man will Schriftsteller werden, Modedesigner, Meeresbiologe, Profisportler.
Und plötzlich sind die anderen Menschen nicht mehr so zuversichtlich. Denn so langsam geht es um den Ernst des Lebens. Langsam geht es darum, wie man Geld verdienen kann, um sich dann Haus, Auto, Kind und co leisten zu können.
Vielleicht hast du dich davon nicht beirren lassen und einen ungewöhnlichen Studiengang angefangen. Folgenden Satz hast du GARANTIERT schon gehört:
Und was kannst du dann später DAMIT machen?
Oder, noch ein wenig besser:
Studier doch lieber was vernünftiges.
Also bricht deine Entschlossenheit langsam in sich zusammen. Haben die anderen Recht? Hat mein Berufswunsch keine Zukunft? Wäre etwas sicheres wie Lehramt nicht doch besser?
Ich verrate dir jetzt schonmal, die anderen HABEN Recht. Dein Berufswunsch hat KEINE Zukunft. Weil es mittlerweile in so gut wie JEDEM Job schwierig ist. Deshalb kennt ja auch jeder diese beiden Sätze, ganz egal, was du studierst.
Das ist also kein Grund, dich von irgendwas abhalten zu lassen. Erfolg hast du nicht, weil du einen sicheren Job machst – sondern wenn du deinen Job mit LEIDENSCHAFT UND LIEBE machst.
Lebensziele finden klappt nicht, wenn du gar nicht mehr auf dein Herz hörst
Wir sind also plötzlich völlig verunsichert und greifen uns an das eine Lebensziel, die uns von der Gesellschaft vorgelebt wird. Festanstellung, Haus, … siehe oben, du kennst die Leier mittlerweile.
Ich will auf keinen fall sagen, dass das schlechte Lebensziele sind (die gibt es nämlich gar nicht). Wenn es dein Traum ist, mit einer riesigen Familie in einem noch riesigeren Haus zu leben und gleichzeitig auch noch Karriere zu machen – Herzlichen Glückwunsch, Mission Lebensziele Finden erfüllt!
Wenn du aber irgendwo in dir drin dieses nagende Gefühl hast, irgendwas fehlt da doch noch, hast du vielleicht irgendwann aufgehört, nach deinen Träumen zu streben.
Es ist Zeit, dass du wieder auf dein Herz hörst. Denn Lebensziele finden klappt nur, wenn du mal all die Vernunft und Ratschläge und gesellschaftlichen Normen ausschaltest.
Lebensziele finden ist leichter gesagt als getan
Wenn du bist hier hin gelesen hast, willst du garantiert deine Lebensziele finden. Du hast bemerkt, dass irgendwas in deinem Leben nicht stimmt. Dass du nicht erfüllt bist von dem, was du jeden Tag tust.
Aber um seine Lebensziele finden zu können braucht es Mut. Mut, außerhalb der Box zu denken (vielleicht sogar OHNE Box zu denken). Mut, etwas neues zu beginnen. Und vor allem Mut, sich einzugestehen, dass man etwas falsch gemacht hat. Das man irgendwo falsch abgebogen ist auf seinem Lebensweg, weil dir jemand eine Karte gegeben hat, die nach New York führt – du aber nach Mexiko willst.
Glaub mir: Es ist nicht zu spät, egal wie alt du bist, wie krank, wie viele Verpflichtungen du hast. Vielleicht geht es bei anderen schneller als bei dir, weil du dich um deine drei Kinder kümmern musst.
Aber wenn du wirklich einen Traum hast, der dein Lebensziel sein könnte, kannst du immer irgendwie ein wenig Zeit und Kraft und Geld für diesen Traum sparen.
Ein paar Tipps zum Lebensziele finden
- Schalte deinen Kopf aus. Schließ dir Tür ab, schalte den Handy und andere Geräte ab. Leg dich hin, schließe die Augen und erlaube dir, endlich mal zu Träumen.
- Mache eine Liste. Was sind Dinge, die du tun willst, erleben willst, lernen willst? Welche Dinge möchtest du nicht? Führe die List über mehrere Tage oder Wochen, notiere immer sofort, wenn dir etwas einfällt, auch wenn es noch so klein ist.
- Schreibe alles auf, was einen Job ausmacht: Feste Arbeitszeiten, Flexible Arbeitszeiten, gutes Gehalt, nette Kollegen, freie Arbeiten, sichere Anstellung, Kreativität, Kontakt mit Menschen, gleichbleibende Arbeitsabläufe, Eigenveranwortung,… Und dann ordne diese Dinge nach Wichigkeit für dich selbst. Nicht danach, was andere sagen, was wichtig ist.
- Erkundige dich, was alles möglich ist. Was für Weiterbildungen gibt es, wie man man von Zuhause arbeiten, wie kann ich von Vollzeit auf Teilzeit wechseln, um mehr Zeit für meine Kinder oder Beziehung oder Hobbys zu haben. Wie kann man günstig reisen, wie eröffnet man ein Restaurant, wie verröffentliche ich ein Buch? Wie ernähre ich mich gesünder, wie finde ich neue Freunde, wie wird man verdammt nochmal steinreich?
- Schaue inspirierenden Menschen zu, die ihre Lebensziele erreicht haben. Das können Freunde sein, oder Youtuber, bestimmt gibt es auch Dokumentationen über solche Menschen.
- Denk an frühere Situationen. Wann hast du dich eventuell falsch entschieden? Was wolltest du als Jugendlicher werden? Welches Studium hattest du ins Auge gefasst, bevor du die „vernünftige“ Entscheidung getroffen hast? An welcher Kreuzung in deinem Leben hast du die falsche Abbiegung genommen (und wie musst du gehen, um wieder auf den richtigen Kurs zu geraten)?
- Höre mit Ausreden auf. Vielleicht weißt du bereits, was du willst, aber es gibt so viele „Gründe“ die dagegensprechen? In diesem Blogpost zeige ich dir, dass diese Gründe in Wahrheit nur Ausreden sind.
Lebensziele sind nicht in Stein gemeißelt
Auch wenn du denkst, sobald du dich einmal entschieden hast, gibt es kein Zurück mehr – Lebensziele finden kannst du immer wieder. Manche finden erst mit 70 heraus, was sie vom Leben wollen. Andere mit 5.
Egal was du tust, behalte immer im Hinterkopf: Du kannst jederzeit wieder einen neuen Weg wählen. Das kann mit Schwierigkeiten verbunden sein, kann lange Zeit an deinen Nerven zehren, aber egal was du für Gründe gegen eine Neuorientierung findest, es sind Ausreden.
Vielleicht auch Hindernisse, aber dann musst du eben doppelt so lange und schnell Anlauf nehmen.
Mein Jahresplan, um deine Ziele zu erreichen
Hier findest du meinen Jahresplan, mit dem du deine Ziele erreichen kannst!