Zitate sind genial, weil sie in wenigen Worten oder Sätzen zusammenfassen können, wofür wir manchmal tausende eigene Worte bräuchten – wenn es mir mies geht, gibt mir ein Blick auf mein Moodboard samt Lieblingszitatesammlung wieder neuen Mut – so einfach kann ich zufriedener werden.

Zitate motivieren, inspirieren und kultivieren uns, weil Worte Macht haben.
Meistens ist uns diese Macht nur dann bewusst, wenn die Worte uns schlecht fühlen lassen.
Du fette Kuh.
Ich liebe dich nicht mehr.
Sorry, Pizza Athena ist leider ausverkauft.

Wir sollten die Macht der Worte viel öfter nutzen, wenn wir zufriedener werden wollen. Uns zu neuen Dingen zu motivieren.
Die Welt ein wenig besser sehen, trotz der ganzen Scheiße, die passiert.

Die Idee hinter meiner Zitate-Reihe Dear Quote ist es auf Zitate einzugehen, die mir persönlich viel bedeuten, mich vorangebracht haben oder mich einfach daran erinnern, was mir wichtig ist.

Mit Buddhismus zufriedener werden

Zufrieden werden mit diesem Zitat von Buddha

Für den ersten Post in Dear Quote habe ich ein Zitat von Siddhartha Gautama gewählt, der den meisten wahrscheinlich besser unter seinem Ehrennamen Buddha bekannt ist, wobei Buddha auch allgemein für eine Person steht, die den Buddhismus lehrt.

Buddha ist natürlich DER Typ an den man denkt, wenn es um Selbstfindung, Genügsamkeit, zufriedener werden und so weiter geht.

Ich bin wirklich kein Experte auf dem Gebiet Buddhismus, auch wenn ich in meinem Studium tatsächlich sogar ein wenig darüber gelernt habe. Deshalb kann ich euch nicht wirklich viel zu den Hintergründen nennen.
Aber grade das macht für mich den Reiz seiner Zitate aus: Sie sind super einfach und verständlich, auch ohne Hintergrundwissen der Buddhistischen Lehren, und grade deshalb so wirkungsvoll.

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus. {Buddha}

Das Zitat im Alltag nutzen

Es gibt Dinge, die wir ändern können und Dinge, die wir nicht ändern können.
So viel sollte jedem klar sein. Ist ja auch einleuchtend.

Wieso wir uns trotzdem ständig mit Dingen aufhalten, die trotz allen Grübelns, Murrens und Weinens einfach unverändert bleiben, ist mir ein Rätsel.

Und ich sage bewusst „Wir“, weil ich das früher auch sehr gut konnte, mich über Dinge ärgern, die ich nicht ändern kann. Und auch wenn ich mich mittlerweile ganz gut „unter Kontrolle“ habe, was das betrifft – manchmal erwische ich mich dann doch noch dabei.

Aber dann rufe ich mir dieses Zitat ins Gedächtnis und sofort hilft es mir beim zufriedener werden.

Das beste Beispiel, was mir direkt aus meinem Leben einfällt, ist mein Hüftspeck.

Da, ich hab’s gesagt, Hüftspeck.

Der ist bei mir einfach komisch verteilt. Schmale Beine, recht flacher Po und dann BÄM diese beiden nervigen Speckknubbel seitlich am unteren Rücken. Pack noch breite Schultern und eine große Oberweite darauf und das Fässchen auf Stelzen ist perfekt.

Nur, dass es eben nicht perfekt ist.

Versuch mal Hosen zu finden, die sitzen, wenn du an den Beinen eine 38 brauchst, um die Hüfte aber eine 44. Hosenkauf ist Horror für mich.
Mein Körperbau war schon immer so und er wird sich auch nicht ändern. Auch wenn ich abnehmen würde – die Grundform bleibt (das weiß ich, weil ich auch schon 10 oder 15 kg weniger gewogen hab).

Ich kann nicht ändern, wie mein Körper gebaut ist.

Was mich die letzten zehn Jahre nicht davon abgehalten hat, mich darüber aufzuregen.

Jeden Morgen, wenn ich Klamotten-aus-dem-Schrank-reißend was zum Anziehen gesucht habe.
Wenn ich eine neue Hose gebraucht habe (wie gesagt, Hosenkauf = HORROR) und jede der 50 Hosen, die ich anprobiert habe, mir ein wunderbar grauenhaftes Muffintop zaubert und an den Beinen schlackert wie ein Prachtexemplar von 2000er Bagger-Jeans.

Ständig schwirrte mir mein doofer Körperbau im Kopf herum.
Mal könnte ich heulen vor Selbsthass, mal sitze ich wütend und frustriert in einem gigantischen Haufen Klamotten, weil nichts richtig sitzt.

Ich habe ein Problem aus etwas gemacht, das ich nicht ändern kann.

Klar könnte ich abnehmen, dann hätte ich einen flacheren Bauch, eine kleinere Kleidergröße.
Aber ich kann nichts machen, um meinen Körperbau an sich zu ändern. Das Fässchen auf Stelzen, wie ich es nenne.
Und trotzdem diese ständige Verzweiflung. Warum?

Es gibt Probleme, die ich ändern kann.

Mich stört, dass ich nicht fit bin. Also ernähre ich mich gesünder, mache mehr Sport.
Mich stört, dass ich im Sprachkurs nicht mitkomme, also lerne ich mehr.
Mich stört, dass ich wenig Geld habe, also verkaufe ich Dinge, die ich nicht mehr brauche.

Alles Probleme, die ich lösen kann. Also versuche ich sie zu lösen.

Und dann gibt es da die „Probleme“, die nicht gelöst werden können.
Eigentlich Tatsachen. Denn zu Problemen machen wir sie erst.
Weil wir denken, dass wir zufriedener werden könnten, wenn wir nur diese doofe Sache ändern könnten.

Ein Problem ist etwas, das gelöst oder verbessert werden soll.

Wenn ich die Tatsache, dass mein Körper so gebaut ist, wie er gebaut ist, verändern will, mache ich diese Tatsache zu einem Problem. Weil ich es lösen oder verändern will.

Wenn ich die Tatsache, dass mein Körper so gebaut ist, wie er gebaut ist, akzeptiere, mich damit abfinde, dass es unveränderlich ist, ist es kein Problem mehr für mich. Denn ich will es ja nicht verändern.
Ich sehe diese Tatsache nicht mehr als Problem, das geändert werden muss, sondern als etwas, das nun mal so ist.
Punkt.
So konnte ich zufriedener werden - in allen Lebenslagen

So konnte ich zufriedener werden – in allen Lebenslagen

Und plötzlich geht es mir viel besser.

Nicht nur in Bezug auf meinen Hüftspeck.

ALLES, was ich nicht ändern kann, muss ich nicht mehr als Problem sehen. Ich kann es nicht lösen, also mache ich es nicht weiter zum Problem.

Die S-Bahn fällt aus? Da könnte ich mich drüber aufregen, ausrasten, weil ich extra die Kacktreppe zur S-Bahnstation hoch gehetzt bin und dann kommt die Kackbahn nicht?
Klausurergebnisse stehen online, ich hab mir mindestens eine 2,3 erhofft und dann nur eine lächerliche 3,3 bekommen?
Mein Lieblingsteller, der mit dem wunderschönen japanischen Muster, ist mir runter gefallen?

Alles Situationen, die ICH zum Problem machen könnte.
Indem ich mich deswegen schlecht fühle, traurig bin, wochenlang über die miese Note grüble und so weiter.
Oder ich kann es hinnehmen.

Bahn verpasst. Okay.
Schlechte Note. Okay.
Teller kaputt. Okay.
Ist deswegen mein Leben zu Ende? Nein.

Es ist passiert und es ist bestimmt nicht toll, dass es passiert ist, aber was bringt es mir, mich darüber aufzuregen?

Macht Zorn und Selbsthass und Traurigkeit die Situation irgendwie besser?
Löst das mein Problem?

Kommt der Zug plötzlich doch noch, weil ich den Fahrer und die Deutsche Bahn und wer weiß wen noch verfluche? Nein.
Entscheidet sich der Dozent, mir plötzlich doch eine bessere Note zu geben, weil ich verzweifelt heulend im Bett liege? Sicher nicht.
Fügen sich die Scherben und Splitter meines Lieblingstellers wieder wie magisch aneinander, weil ich vor Wut gegen den Kühlschrank boxe? Auf keinen Fall.

Wieso also ein Problem machen aus Dingen machen, die du nicht lösen kannst?

An denen du dir tage- wochen- oder jahrelang die Zähne ausbeißen könntest – ohne anderes Ergebnis?

Überleg dir, was du ändern könntest, was du machen könntest, um das, was du als Problem siehst, zu ändern.
Wenn du etwas findest, zieh es durch. Dann löst sich dein Problem.
Wenn du keine Lösung findest – Scheiß auf das Problem. Du kannst es nicht ändern.

Ändere deine Gewohnheiten, mit Problemen umzugehen

Es geht natürlich nicht von heute auf morgen, seine Gewohnheiten zu ändern.

Und ich müsste lügen würde ich behaupten, ich sehe alles, was passiert mega gechillt und ohne Frust.
Manchmal stehe ich immer noch vorm Spiegel und denke mir, wieso ich diesen beknackten Hüftspeck habe.

Aber dann denke ich an dieses Zitat.

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

Und ich mache kein Problem mehr daraus.
Es dauert ein paar Minuten, oder manchmal Stunden bis Tage, je nach Größe des Problems und meiner aktuellen Grundstimmung, aber irgendwann erinnere ich mich wieder daran:
Ich kann es nicht ändern.

Tief durchatmen, lächeln – und die Energie, die ich für Frust und Wut und Trauer verschwenden würde lieber in Dinge stecken, die mich voran bringen.
Die mich glücklich machen.
Dank denen ich wirklich zufriedener werden kann.

In Probleme, die ich lösen kann.

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